Semi-malade / Cyberhypochondrie

Les frontières entre se sentir malade ou en bonne santé sont floues. Plus les possibilités médicales n’évoluent, par ex. grâce à de nouvelles procédures de diagnostic ou grâce à un screening génétique, plus souvent on découvre des maladies qui restaient jusqu’à présent inconnues. Quelques-unes de ces maladies ne jouent aucun rôle dans le bien-être de la personne concernée durant toute sa vie.

Selon la devise „la santé veut dire (savoir) faire face à la maladie“, il faut prendre conscience que sacpropre perception peut être décisive, combien on se sent malade, comment les douleurs sont
ressenties et comment faire face. Beaucoup de symptômes de maladies comme par ex. les douleurs dorsales, les maux de tête, l’insomnie ou la performance générale, sont cachés par l’état psychique ou par des problèmes sociaux ou familiaux. En discernant leurs interactions, ils peuvent être améliorés de façon décisive.

Nous vous conseillons les deux émissions de télévision suivantes qui traitent indirectement de cette problématique et de la conception actuelle de la maladie et de la santé (en allemand) :

ZDF Sendung Sonntags vom 05. November 2017: Hauptsache gesund? – Die großen Heilsversprechen

SRF Sendung eco vom 09. Oktober 2017: Pharmakonzerne investieren mehr in Marketing als in Forschung

Extrait du reportage

Krankheiten erfinden und damit Profit machen

Ein weiterer Trick, um den eigenen Profit zu steigern, heisst Disease Mongering: Krankheitserfindung. Je mehr Menschen Medikamente benötigen, desto höher ist der Umsatz der Konzerne. Man versucht also Menschen, denen es gut geht, zu überzeugen, dass sie krank sind und leicht Kranke, dass sie schwer krank sind.

Eine Spielart von Disease Mongering ist die sogenannte Überdefinition. «Das bedeutet, dass man Schwellenwerte absenkt, ab wann ein Zustand als krank bezeichnet wird», sagt Wolf-Dieter Ludwig von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.

So sank der Schwellenwert für Blutzucker in den letzten Jahren von 140 Milligramm pro Deziliter auf 126. Ein Mensch mit 100 Milligramm pro Deziliter soll bereits gefährdet sein. Prädiabetes heisst die Diagnose. Das schafft Millionen neue Kranke.

Schwellenwerte und Leitlinien werden zwar von den Fachgesellschaften der Ärzte festgelegt. Aber die Beteiligten sind häufig von der Industrie abhängig und lassen sich auch von Pharmakonzernen bezahlen.

«Man senkt Schwellenwerte ab, ab wann ein Zustand als krank bezeichnet wird.»
Wolf-Dieter Ludwig
Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

Weitere Spielarten des Disease Mongering: Leichte Beschwerden wie Reizdarm- oder Restless-Legs-Syndrom werden zu Vorboten schwerer Krankheiten aufgebauscht. Persönliche Probleme wie soziale Phobie werden in medizinische Probleme umgemünzt. Das ist zwar auch ein gesellschaftlicher Trend, doch die Pharmaindustrie unterstützt diesen und profitiert davon.

Zum Begriff des „Cyberhypochonder“ finden Sie hier einen Artikel im Collegium generale Bern (Unipress), Ausgabe Dezember 2005 (127, Seiten 21 und 22).